Europäische Union will Mutterschutz verlängern
EU Kommission will neue Mutterschutz-Richtlinie vorlegen
Die EU-Kommission will Anfang Oktober eine neue Mutterschutzrichtlinie vorlegen. Zeitungsberichten zufolge ist geplant, die Mutterschutzfristen von 14 auf 18 Wochen anzuheben.
Neben dieser Fristverlängerung ist vorgesehen, Frauen eine größere Freiheit bei der Entscheidung einzuräumen, wie sie die 18 Wochen Mutterschutz auf die Zeit vor und nach der Geburt verteilen. In dieser Zeit sollen sie auch von einer besseren Versorgung profitieren. EU-Sozialkommissar Špidla will des Weiteren durchsetzen, dass Frauen während des Mutterschutzes ein Anrecht auf Bezahlung in Höhe ihres vollen Gehaltes oder Lohns haben. In vielen EU-Staaten ist derzeit nur eine Bezahlung in Höhe des Krankengeldes üblich.
Da in Deutschland derzeit eine Mutterschutzfrist von 14 Wochen gilt, müsste die Frist folglich um vier Wochen verlängert werden. Die deutschen Arbeitgeber haben sich deshalb gegen diese Pläne ausgesprochen. Sie begründen das damit, dass in Deutschland die Bezahlung der Frauen während des Mutterschutzes hauptsächlich von den Arbeitgebern getragen werde und sich diese finanzielle Belastung durch eine Fristverlängerung deutlich erhöhen würde. Auch die Bundesregierung hat bei der Vorabkonsultation zu dem Gesetzesvorhaben ablehnend reagiert. Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Fassung die neue Richtlinie letztlich präsentiert wird. Der dbb legt besonderen Wert auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und begrüßt alle Maßnahmen, die dieses Ziel sinnvoll unterstützen.
Quelle: www.dbb.de